Grundlagen

Was gehört in eine gute Hausapotheke?

Was gehört in eine gute Hausapotheke?

Ein verstauchter Knöchel, eine Schnittwunde beim Kochen oder plötzliches Fieber mitten in der Nacht: In solchen Momenten ist eine gut ausgestattete Hausapotheke Gold wert. Doch was gehört eigentlich hinein, wie lagert man sie richtig und worauf sollte man bei der Haltbarkeit achten? In diesem Artikel finden Sie eine praktische Checkliste und wichtige Tipps.

Die Grundausstattung: Verbandmaterial

Den Kern jeder Hausapotheke bildet das Verbandmaterial. Damit versorgen Sie kleinere Wunden und stabilisieren Verletzungen, bis ärztliche Hilfe verfügbar ist. Empfehlenswert sind:

  1. Pflaster in verschiedenen Größen
  2. Sterile Wundauflagen und Kompressen
  3. Mullbinden und elastische Binden
  4. Verbandpäckchen
  5. Dreiecktuch
  6. Heftpflaster (Rollenpflaster)
  7. Eine Verbandschere
  8. Einmalhandschuhe

Wunddesinfektion und Pflege

Zur Versorgung von Wunden gehört auch die richtige Reinigung und Desinfektion:

  • Wunddesinfektionsmittel zur Reinigung kleinerer Wunden
  • Sterile Kochsalzlösung zum Ausspülen
  • Pinzette zum Entfernen von Splittern
  • Gegebenenfalls eine kühlende Auflage oder ein Kühlpack (am besten im Gefrierfach lagern)

Hilfsmittel und Messgeräte

Einige Hilfsmittel sollten in keiner Hausapotheke fehlen:

  • Fieberthermometer – idealerweise ein digitales Modell
  • Pinzette (siehe oben)
  • Schere
  • Einmalhandschuhe
  • Eventuell eine Splitterpinzette und eine Zeckenkarte oder Zeckenzange

Medikamente – mit Bedacht und ärztlichem Rat

Eine Hausapotheke kann auch Medikamente für typische Beschwerden enthalten, etwa gegen Schmerzen und Fieber oder für die Magen-Darm-Notfallversorgung. Wichtig: Wir geben hier bewusst keine konkreten Medikamentenempfehlungen. Welche Präparate für Sie und Ihre Familie geeignet sind, hängt von individuellen Faktoren wie Alter, Vorerkrankungen und Wechselwirkungen ab.

Lassen Sie sich deshalb in Ihrer Apotheke oder von Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt beraten, welche Mittel sinnvoll sind. Typische Kategorien, über die Sie sich beraten lassen können, sind:

  • Schmerz- und Fiebermittel
  • Mittel gegen Erkältungsbeschwerden
  • Mittel gegen Durchfall und Übelkeit
  • Wund- und Heilsalben
  • Mittel gegen Insektenstiche und Juckreiz

Achten Sie besonders bei Kindern auf altersgerechte Darreichungsformen und Dosierungen – auch das klärt die Apotheke gerne mit Ihnen.

Notfallnummern griffbereit

Eine oft vergessene, aber wichtige Komponente: eine Liste mit Notfallnummern. Hinterlegen Sie diese gut sichtbar, etwa an der Innenseite des Apothekenschranks:

  • 112 – europaweiter Notruf (Rettungsdienst, Feuerwehr)
  • 116 117 – ärztlicher Bereitschaftsdienst
  • Giftnotruf Ihres Bundeslandes
  • Telefonnummer Ihrer Hausarztpraxis und der nächsten Apotheke mit Notdienst

Richtige Lagerung

Der Name „Badezimmerschränkchen" führt in die Irre: Das Badezimmer ist wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und der Temperaturschwankungen tatsächlich kein guter Lagerort für die Hausapotheke. Besser geeignet ist ein kühler, trockener und für Kinder unzugänglicher Ort, zum Beispiel ein abschließbarer Schrank im Schlafzimmer oder Flur.

Beachten Sie außerdem:

  • Für Kinder unerreichbar aufbewahren – idealerweise abschließbar.
  • Kühl und trocken lagern, vor Sonnenlicht geschützt.
  • Medikamente in der Originalverpackung mit Beipackzettel belassen.

Haltbarkeit regelmäßig prüfen

Sowohl Verbandmaterial als auch Medikamente haben ein Haltbarkeitsdatum. Sterile Materialien sind nur bis zum aufgedruckten Datum als steril garantiert, und Medikamente können nach Ablauf an Wirkung verlieren.

So bleiben Sie auf dem aktuellen Stand:

  1. Einmal jährlich die gesamte Hausapotheke durchsehen.
  2. Abgelaufene Produkte aussortieren.
  3. Verbrauchtes Material nachkaufen, bevor es fehlt.
  4. Angebrochene Medikamente nach Ablauf der Verwendungsfrist entsorgen.

Alte Medikamente gehören übrigens nicht in die Toilette, sondern – je nach Kommune – in den Restmüll oder zu speziellen Sammelstellen. Ihre Apotheke informiert Sie über die korrekte Entsorgung vor Ort.

Häufige Fragen

Darf ich abgelaufene Medikamente noch verwenden?

Grundsätzlich sollten Sie abgelaufene Medikamente nicht mehr einnehmen, da Wirksamkeit und Sicherheit nicht mehr garantiert sind. Im Zweifel fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.

Wo lagere ich die Hausapotheke am besten?

An einem kühlen, trockenen und für Kinder unzugänglichen Ort – also nicht im Badezimmer, sondern eher im Schlafzimmer oder Flur in einem abschließbaren Schrank.

Welche Medikamente sollte ich für Kinder bereithalten?

Das lässt sich nicht pauschal sagen, da es auf Alter und Gesundheitszustand ankommt. Lassen Sie sich hierzu in Ihrer Apotheke oder von Ihrem Kinderarzt individuell beraten.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Erste Hilfe lebt vom praktischen Üben. Aktuelle Termine finden Sie in unserem Kursangebot.

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